Lean Konferenz in Frankfurt

Auch wenn die Vortragenden eher für und mit großen Unternehmen arbeiten, so war die von der IHK Frankfurt veranstaltete Lean Konferenz am 19. Februar für den Mittelstand ausgerichtet. Denn langsam beginnt sich der Gedanke von einem schlanken Unternehmens auch in diesem Spektrum der deutschen Wirtschaft durchzusetzen, zu dem schließlich fast 90% aller Unternehmen in Deutschland gehören.

Der Bogen der Vorträge war breit gespannt, von Vorträgen über TPM Einführung bis zum Bericht einer Dolmetscherin, die japanische Berater in deutschen Unternehmen begleitet. Nach und zwischen den Vorträgen wurde rege diskutiert. Dabei zogen sich zwei Fragen wie ein roter Faden durch den Tag: Wie nehme ich den Mitarbeitern die Angst vor einer Lean-Einführung? Die Angst, sich selber wegzurationalisieren? Durch offene und eindeutige Kommunikation vom Tag Null der Einführung an, war die durchgehende Meinung jener, die bereits die ersten Schritte erfolgreich gegangen waren. Die zweite Frage war: Was kommt nach Lean? Da Lean kein Projekt ist, sondern eine Philosophie, eine innere Einstellung, gibt es nur einen Anfang, aber keine Ende. Daher finde ich persönlich Darstellung von Gipfelstürmern und Zielflaggen zur Veranschaulichung des Lean-Weges eher irreführend und den Mißerfolg vorprogrammierend. Ohne Ziele geht es natürlich nicht. Aber ist eine Reduzierung der Durchlaufzeit um 20% ausreichend, um auch noch die nächsten fünf Jahre am Markt zu bestehen?

Mich persönlich hat gefreut, dass die Frage nach der Notwendigkeit von externer Unterstützung durch Berater von den schlanken Unternehmen durchwegs positiv beantwortet wurde. Zukünftig wird es nach allgemeiner Meinung Aufgabe des Beraters sein, mehr Führungskräfte und Teams zu schulen, anstatt neue Konzepte zu entwickeln.

Jedenfalls war die Konferenz eine gute Gelegenheit, sich mit Geichgesinnten auszutauschen und auch Stimmen vom Gemba zu hören. Ich wünschte, es würde mehr solcher Gelegenheiten zum Austausch geben.


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