Über TPM

TPM – Gewinnen durch weniger Verluste

TPM, ursprünglich die Abkürzung für “Total Productive Maintenance” steht heute für viele selbst entwickelte Abkürzungen, die individuelle Wege verschiedener Unternehmen beschreiben. Offiziell aber stehen die drei Buchstaben heute für “Total Productive Management”. Oberstes Ziel ist es, mit der Kraft und den Ideen aller Mitarbeiter tagtäglich Verluste zu eliminieren und somit die Produktivität zu steigern und Kosten zu senken. Verluste sind alle Kostenpositionen innerhalb eines Prozesses, für die der Kunde nicht bereit ist zu zahlen, die also keinen zusätzlichen Wert generieren. Jede der acht Säulen im klassischen TPM-Säulentempel trägt dazu bei, dass alle Arten der sieben großen Verluste eliminert werden:

Haus deutsch

Das Fundament bilden 5S und PCDA. Es handelt sich hier um die Einstellungen und die Bereitschaft zur kontinuierlichen Verbesserung auf allen Ebenen. Erst wenn diese Grundlagen fest verankert sind, kann ein gesicherter Aufbau der Säulenhalle oder jeden kontinuierlichen Verbesserungsprozesses in Angriff genommen werden.

Fokussierte oder Individuelle Verbesserung
Meist die erste Säule, die eingeführt wird, da sie sich ganz gezielt auf die Beseitigung von konkreten Verlusten konzentriert. Neben der Analyse von Verlusten werden die notwendigen Methoden und Tools eingesetzt. Die dadurch gewonnenen Fähigkeiten und Erkenntnisse unterstützten auch die anderen Säulen. Durch die Aktivitäten dieser Säule werden die Verluste Kurzstillstände und Ausschuss bzw. Nacharbeit wirksam bekämpft, ebenso wie hohe Lagerbestände und lange Rüstzeiten.

Autonome Instandhaltung
Den Werker vom Maschinen-Nutzer zum Maschinen-Kenner zu entwickeln, das ist das Ziel dieser Säule. Durch Schärfung aller Sinne erkennt der Werker abnormale Zustände seiner Maschine und kann selber teilweise Gegenmaßnahmen treffen. Wartungspläne und eine gute Visualisierung werden dafür zur Unterstützung selber entwickelt. Das Ergebnis sind eine höhere Anlagenverfügbarkeit und eine verbesserte Qualität von Produkt und Prozess.

Geplante Instandhaltung
Erste Aufgabe ist die nachhaltige Eliminierung von Anlagenstörungen. Befreit von den Feuerwehraufgaben durch dauernde Störungen kann sich der technische Dienst nun mit längerfristigen Themen befassen. Dadurch werden eine langfristige Verfügbarkeit und die Erhaltung des bestmöglichen Zustands von Maschinen und Anlagen ermöglicht und Wartungskosten gesenkt. Neben Störungen werden auch Leistungsverluste allgemein damit eliminiert.

Schulung und Training
Jeder Mitarbeiter wird, basierend auf den Bedürfnissen des Unternehmens, in den notwendigen Methoden und Inhalten geschult. Wissen wird vermittelt und Bewußtsein geschaffen, damit ist sie eine der wichtigsten Säulen und spielt somit auch in die Bekämpfung aller Verluste hinein. Hierbei wird das Schulungssystem des Unternehmens nachhaltig verbessert. Denn es wird nach den tatsächlichen Bedürfnissen und nicht nach dem Gießkannenprinzip geschult, und die TPM Methoden von Anfang an gezielt vermittelt.

Qualitätsinstandhaltung
Welche Prozesseigenschaften sind notwendig, um die für den Kunden notwendige Qualität zu erhalten? Mit der Beantwortung dieser Frage beschäftigt sich diese Säule. Hierbei werden starke Analysewerkzeuge wie die PM-Analyse eingesetzt, deren Ergebnis die QM und die QA-Matrix sind.

Anlaufüberwachung
Das bisher gesammelte Wissen zu Anlagen und Prozessen wird in dieser Säule genutzt, um bei neuen Anlagen einen vertikalen Anlauf zu gewährleisten. In enger Zusammenarbeit mit allen Säulen wird das vorhandene Know-how hier gebündelt und ausgewertet. So wird erreicht, dass Maschinen schon in wenigen Tagen nach der abgeschlossenen Installation ohne Qualitäts- und Leistungsverluste stabil produzieren.

Office TPM
Nicht nur in der Produktion lauern Verluste. Im Unterschied dazu sind sie aber in Büros und administrativen Bereichen nicht so deutlich sichtbar. Und trotzdem lassen sich durch geeignete Werkzeuge, wie z.B. die Makimami-Analyse, diese Verluste aufspüren und eliminieren. Als Beispiele lassen sich hier lange Wartezeiten zwischen einzelnen Arbeitsschritten oder auch nicht benötigte oder doppelte Arbeitsschritte nennen. Diese Säule hat die Aufgabe, solche Schwachstellen sichtbar zu machen und zu eliminieren.

Sicherheit, Hygiene und Umweltschutz
Ganz nach dem Motto “Safety First” werden bei Sicherheit keine Kompromisse eingegangen. Diese Säule strebt konsequent danach, jede Sicherheitslücke zu schließen. Darüber hinaus rücken umwelttechnische Themen in den Blickpunkt dieser Säule, um durch TPM-Aktivitäten Energieverluste zu eliminieren und Ressourcen zu schonen.

 

Über den Säulen stehen Zielvereinbarungsprozess und Zielverfolgungssystem. Ersterer dient dazu, ganz gezielt Aufgaben und Aktivitäten der Säulen aus der Vision eines Unternehmens abzuleiten (Hôshin Kanri)- und zwar ausgerichtet an den Bedürfnissen des eigenen Unternehmens. Und dass die Ziele eingehalten werden, dafür sorgen die selbst erarbeiteten Mechanismen des Zielverfolgungssystems.

 

TPM hat sich nun in den letzten 20 Jahren weiter entwickelt. Dies spiegelt sich in den Säulen wieder, wie sie von der TPM AG  dargestellt und vermittelt werden:

Fundament
 Zunächst einmal fällt das deutlich gestärkte Fundament auf. Unsere Erfahrungen wie auch viele Beispiele von Unternehmen zeigen, dass der Aufbau des Fundaments sehr sorgsam und intensiv erfolgen muss, sonst kann sich kein TPM-Managementsystem dauerhaft entwickeln. So gehört unserer Meinung nach die Arbeitssicherheit als absolute Voraussetzung zum Bestandteil des TPM-Fundaments. Die Beteiligung aller Mitarbeiter ist ebenfalls grundlegend. Das kann auf verschiedene Weise erfolgen – einige Mitarbeiter und Führungskräfte sind von Anfang an aktiv im TPM-Modellbereich aktiv. Andere werden geschult, trainieren oder bringen erste Verbesserungsideen im Team ein. So steht auch Kaizen als Basisfaktor in unserem TPM-Haus.

Kompetenzmanagement
Die Säule Schulung und Training haben wir erweitert und Kompetenzmanagement genannt. Es geht uns hier um drei Felder: die fachliche Kompetenz, die Verbesserungskompetenz (methodisch) und die soziale Kompetenz. Dabei ist wichtig, von Anfang an an einem Inhouse-Schulungskonzept zu arbeiten. Wir untertsützen deshalb das Train the Trainer-Konzept bei den Schulungen und Patenschaften am Gemba. Bisher weniger bekannte japanische Methoden wie Karakuri werden von uns ebenfalls genutzt. Hier sehen wir einen unserer Knowhow-Schwerpunkte.

Autonome Prozessqualität
Wir haben diese Säule anstelle der Säule Qualitätsinstandhaltung im klassischen Konzept entwickelt. Als Fachdolmetscher hatten wir seit jeher Mühe, den Kern dieser Säule ausreichend zu vermitteln, denn  die Übersetzung des japanischen Begriffs “-instandhaltung” führt hier zu Missverständnissen. Gemeint ist die Erhaltung (Instandhaltung im Sinne von Aufrechterhaltung) der Parameter und Faktoren, die zwangsläufig zu einem qualitativ einwandfreien Produkt führen. Dies wiederum impliziert unserer Meinung nach eine stetige Weiterentwicklung, da sich das Umfeld ständig verändert. Der deutsche Begriff “Instandhaltung” gibt diese Weiterentwicklung aber nicht wieder.

Systemflexibilität
In unserem TPM-Haus ist die Säule Systemflexibilität neu. Wir haben diese bewußt entwickelt, da im Laufe der Entwicklung ein schnelles Anpassen an veränderte Bedingungen ein wichtiger Erfolgsfaktor für alle Unternehmen geworden ist. Schlanke, bewegliche Strukturen, lern- und veränderungsbereite Mitarbeiter, flexible Layouts und schnelle Changeovers und Neuanläufe gehören dazu. Die Säule Systemflexibilität hat die Aufgabe, ein Change Management im Unternehmen zu entwickeln.

Die Säulen Anlaufüberwachung und SHE (Safety, Hygiene, Environment) wurden von uns erweitert und daher umbenannt. Die klassische Säule TPM im Büro gibt es in unserem Konzept nicht. Alle administrativen Aufgaben in einem Unternehmen sind “Dienstleister” der Produktion. Wir empfinden es als selbstverständlich, dass diese Abteilungen von Anfang an mit eingebunden sind. Der Einstieg mit 5S ist hier ebenso Prinzip wie in den Produktionsbereichen. Spezielle Werkzeuge wie Makigami werden im Rahmen des Kompetenzmanagements vermittelt.